Das Rathaus
Wer sich auf einen Rundgang durch Gunzenhausen begibt, sollte am Rathaus beginnen. Damit lernt man sofort einen der interessantesten Orte Gunzenhausens kennen – den Marktplatz. Dort ist das ehemals „herrschaftliche Schloss“ nämlich angesiedelt. Im Jahr 1621 wurde das ehemalige Schloss von Markgraf Joachim Ernst von Brandenburg-Ansbach für 2000 Gulden erworben und entsprechend umgebaut. So erfolgte der Einbau von Speisesaal, Fürsten- und Gesindestuben. In den Jahren 1702 und 1761 wurde das Gebäude wesentlich erweitert und diente hauptsächlich als Wohn- beziehungsweise Amtssitz markgräflicher Oberamtsmänner und der Ansbacher Fürsten. Das Gebäude dominiert die östliche Marktplatzseite.
Nachdem am 03. August 1757 Markgraf Carl Wilhelm Friedrich an den Folgen eines Schlaganfalls verstarb, wird dieser Ort zur Heimat wichtiger staatlicher Behörden. Darunter auch Land- und Amtsgericht, sowie Finanz- und Landratsamt. Selbst die städtische Verwaltung war dort in den Jahren 1803 bis 1816 zu finden. Seit dem Jahr 1974 dient es jedoch ausschließlich als Rathaus. Von der prachtvollen Innenausstattung ist nach den zahlreichen Umbauarbeiten kaum noch etwas zu finden. Es ist jedoch so, dass das heutige Rathaus zu den geschichtsträchtigsten Gebäuden Gunzenhausens zählt. Seit dem Jahr 1999 beherbergt das Rathaus das „Kreuz im Altmühltal“, bei dem es sich um einen Bildstock handelt.
Ein jedes Kunstwerk benötigt seine Geschichte und so hat natürlich auch der Gotische Bildstock im Rathaus eine zu erzählen. Die Geschichte ist rührend und bewegend zugleich. So soll Burkhard von Seckendorff, der seit 1349 Herr über Gunzenhausen war, seine Geliebte bei der Jagd versehentlich mit einem Armbrustschuss getötet haben. Darüber war er so voll Gram, dass er sich auf eine Pilgerreise begab, das hiesige Spital stiftete und am Unglücksort ein Denkmal zur Erinnerung an die schöne Fischerstochter errichten ließ. Eine Geschichte, die die Herzen rührt und an die wahre ewige Liebe glauben lässt. Die Fakten sprechen jedoch eine andere Sprache. So wurde das Kunstwerk im Jahr 1442 von Familie derer von Wolmershausen in Auftrag gegeben und zur Gemahnung an das Leid Christie an der wichtigen Handelsstraße Nürnberg-Augsburg zwischen Gunzenhausen und Unterwurmbach aufgestellt.

